Eine neue Errungenschaft: Die Fuji X20

So kam sie daher. Ohne Karton drumherum.
So kam sie daher. Ohne Karton drumherum.

Da meine Olympus OM-D EM5 in der Garantiezeit kaputt gegangen ist und Amazon sie anstandslos zurück genommen und mir den Kaufpreis erstattet hat, bin ich in die verlockende Situation gekommen, mal etwas neues auszuprobieren. Mittlerweile sind ja auch die E-PM2 und die E-PL5 von Olympus für knapp den halben Preis der OM-D erhältlich. Lohnt es sich, vielleicht auf den elektronischen Sucher und die Wasserdichtigkeit zu verzichten und stattdessen das Restbudget für eine weitere gute Festbrennweiten zu investieren?

Noch während ich darüber nachdachte, ob es vielleicht Sinn machen würde, diesen Body-Wechsel durchzuführen, habe ich das Fotoregal ausgeräumt und auch gleich die Panasonic GF1 und LX3 verkauft. Diese beiden Kameras kamen selten zum Einsatz und ich wollte sie noch durch eine aktuelle Edelkompakte ablösen. Da lag dann noch das Panasonic 20mm F1,7 herum, welches ich gern gegen die Olympus 17mm F1,8 tauschen würde. Sie lag nicht mehr lange da und wurde auch gleich verkauft.

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Vergleich Tiefenunschärfe Panasonic LX3 vs. DSLR

Die Panasonic DMC LX3 hat als aktuelle Alleinstellungsmerkmale einen etwas vergrößerten Sensor und ein sehr Lichtstarkes Objektiv mit Blende F2.0 – F2.8. Kann man mit ihr aufgrund dieser Eigenschaften Bilder mit stärkerer Tiefenunschärfe machen als mit kompakten Digitalkameras dieser Klasse üblich ist?

Ein Vergleich gegen das etwas lichtstärkere Objektiv Nikon 50mm F1.8 an einer Nikon D70s soll den Unterschied verdeutlichen.

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Panasonic DMC LX3 – Lichtstark und weitwinklig

Ich habe lange gesucht, um mal wieder Geld für eine interessante Kamera ausgeben zu können. Meine steinalte Olympus C3030 war schon ein echt toller Klotz (damals mit Rabatt für 1536 € erworben – aua!). Mit durchgehender Lichtstärke von F2.8 und einer Brennweite von 32 bis 96 mm wurde sie überall gelobt. Ein etwas älterer Fotograf freute sich vor kurzem sehr, sie für seine Frau für 45 € zu erwerben – ich musste mir das Weinen verkneifen. Sie machte immer noch extrem gute Bilder. Mit nur 3,3 MP toppt sie auch heute noch viele der moderne Knipskisten mit 10 oder mehr MPixel. Aber der Autofokus war damals zu langsam.

Erfreulicherweise machen die Hersteller nach langer Innovationspause heute wieder richtig neue Erfindungen und helfen mir über meine Trauer hinweg. Ob eingebautes GPS (hat mir der Fotohändler von abgeraten, obwohl er sie sogar mehrfach auf Lager hatte!), Micro-Four-Thirds oder eben wie bei der LX3 neue lichtstarke Objektive für kompakte Kameras.

Das Objektiv der Panasonic DMC LX3 (VARIO SUMMICRON der Firma LEICA) ist ein wahres Prachtstück. Mit F2 bei 24 mm und F2.8 bei 60 mm Brennweite ist es extrem lichtstark – vom Anfang bis zum Ende. Wenn man bedenkt, dass noch zusätzlich ein optischer Bildstabilisator für die ohnehin nicht so langen Brennweiten da ist, kann man davon ausgehen, dass sie für Enthusiasten das Objekt der Begierde sein wird. Das beweist auch der Thread mit über 240 Seiten auf dslr-forum.de (Kultkamera wurde sie dort auch schon betitelt). Als wenn das nicht genug wäre, hat Panasonic den Sensor ein wenig vergrößert/optimiert und die Megapixel nicht noch weiter nach oben getrieben, sondern mit 10 MP eher nach unten.

Ich meine, Panasonic will mit der LX3 nicht den Massenmarkt bedienen. Dafür gibt es z.B.

die TZ5, die zeitgleich im August 2008 auf den Markt kam und sehr kompakt mit 10x-Zoom sicher reißenden Absatz finden wird. Und die LX3 ? JA, die geht nur bis 60mm und ist (wie mancher findet) dafür viel zu teuer. Ich habe sie für 479 € erworben und freue mich.

Alleinstellungsmerkmale:

  • F2 – F2.8 (leckeres Bokeh!)
  • 24 mm Weitwinke im 3:2-Format, im 16:9-Format vergleichbar mit 22mm Weitwinkel
  • Mit 0.75-fach WW-Konverter 18mm UWW (bei 16:9 wahrscheinlich weniger als 16 mm möglich)
  • Automatische Verzeichnungskorrektur für o.g. Extremweitwinkel
  • Qualitätsstufen: RAW, RAW + JPG (Basic), RAW + JPG (Fein), … Die RAW-Daten sind komprimiert und verhältnismäßig klein.
  • Mehrfachbelichtung möglich (nicht mit HDR verwechseln)
  • IAUTO-Mode erlaubt Szenenerkennung anhand des aufgenommenen Motivs. Später kann man die Szenen als Kategorien verwenden und die Bilder nach Kategorien in der Kamera ansehen. Z.B. alle Babyfotos, alle Naturfotos oder alle Nachtfotos. Noch viele weitere interessante Funktionen wie eingebauter Kalender, den man mit den gemachten Fotos durchblättern kann. Oder einstellbare Zeitzonen, etc.
  • ISO-Automatik erhöht den ISO-Wert, wenn ein Gyrosensor Bewegung im Motiv erkennt
  • Autom. Dynamicverbesserung durch Erhöhung der ISO-Werte in dunklen Regionen im Bild
  • Puffer für 2,5 Bilder/Sekunde bei höchster Auflösung. Bei 3MP macht sie sogar 6 Bilder/Sekunde, die man durchauch auf Papier bringen kann.
  • TTL-Blitzschuh
  • Nimmt HD-Video mit 24 fps und kleinere Formate auch mit 30 fps auf
  • Sie lässt sich aufgrund der Lichtstärke ideal für Astrofotografie verwenden (habe irgendwo im Netz sehr schöne Astro-Aufnahmen gesehen)
  • Filteradapter
  • Gewagter Aufstecksucher und total abgefahrene Retro-Ledertasche wie zu Opas Zeiten zum Umhängen

Man spricht bei dieser Klasse Fotoapparaten auch eher von Werkzeuge für richtige Fotografie. Daher sollte man sich mit dessen Möglichkeiten auch wirklich beschäftigen. Wenn Blende oder Belichtungszeit ein Fremdwort ist oder sie als Point-And-Shoot-Kamera verwenden werden soll, lieber tunlichst die Finger davon lassen und lieber zur TZ5 o.ä. greifen, die auch nette Automatismen und viel mehr Zoom mitbringt.

Nur zum Vergleich: Um ein Objektiv mit ähnlichen Daten für eine DSL zu kaufen (ich kenne keines mit den gleichen Daten), benötigt man vermutlich 2.000 € oder mehr. Und dann schleppt man die DSLR + 1 kg Objektive mit sich herum.

Die perfekte Kamera gibt es ohnehin nicht. Und so sind mir natürlich auch einige Punkte aufgefallen, die mir nicht so recht gefallen. Das ist aber rein subjektiv.

Subjektiv negativ:

  • die Akkulaufzeit. 380 Bilder sollen zwar möglich sein. Aber im Gegensatz zu meiner Nikon D70s ist der Stromverbrauch aufgrund des dauernd leuchtenden Displays deutlich höher. Die D70s lade ich z.B. einmal im Monat auf. Die LX3 nach jedem Spielen.
  • Der Mikro-Joystick kann zwar mehr, er ersetzt aber keine Drehrädchen. Bei der Ricoh CAPLIO GX und an meiner D70s (da habe ich sogar 2 Rädchen) habe ich diese lieben gelernt.
  • Es gibt keinen Sucher. Dabei ließe sich damit nicht nur viel Strom sparen. Der oben abgebildete peinliche Aufstecksucher soll dann auch noch ganze 250 € kosten. Aber vielleicht ist ja die Zielgruppe Scharfschützen mit dickem Geldbeutel.
  • die abgespeckte beigepackte Software Silkypix zur Rohdatenbearbeitung kann nur die aus der Kamera erzeugten Rohdaten verarbeiten. Ich habe aber noch andere Kameras!
  • Die Benutzerführung finde ich zu sehr am Mainstream-User orientiert. Schnelle Änderung von Aufnahmeparametern bekomme ich noch nicht hin. Hier leistet, meine ich, Ricoh bessere Arbeit. Man findet sich sehr schnell zurecht und hat im nu alle Einstellungen gesetzt.
  • Der Autofokus ist m.E. zu langsam. Nur im Modus kontinuierlicher Autofokus reagiert er angemessen schnell. Da bin ich aber erstens DSLR-Verwöhnt und zweitens gibt es bessere Konzepte wie die der Ricoh Caplio GX. Diese kann z.B. den Fokossiervorgang überspringen, indem man den Auslöser nicht erst bis zum ersten Druckpunkt, sondern gleich ganz durchdrückt. Dann wird die letzte Fokuseinstellung verwendet und es gibt praktisch keine Verzögerung. Ein unschätzbar tolles Feature, was es eben an der Panasonic LX3 nicht gibt. Wenn man den Autofokus einer DSLR oder den Flächenautofokus der GX gewöhnt ist, hat man wohl zu hohe Ansprüche. Immerhin hat die LX3 aber einen Fokus-Lock, der auch recht praktikabel verwendbar ist.

RAW-Unterstützung:

Aktuell unterstützt leider nur dcraw angemessen die RAW-Daten der Panasonic LX3.

Weitere Links zur LX3: