Panasonic Leica 50 mm f/1.4 – die Normale

Ich bin eigentlich ein großer Fan der 35mm Brennweite. Man kann mit ihr besonders gut Personen mitten im Geschehen erfassen. Irgend jemand sagte mal  zu dieser Brennweite: „Mitten drin statt nur dabei“. Das trifft es eigentlich ganz gut. Vor geraumer Zeit hatte ich auch mal die Olympus 17mm f/1.8 probiert und fand sie eigentlich gar nicht so schlecht. Warum auch immer (vermutlich wegen der nicht so ausgeprägten Schärfe und den stärkeren Verzeichnungen) habe ich sie dann doch wieder zurück gegeben und stattdessen die Panasonic Leica 50mm f/1.4 geschnappt.

Sie deformiert nicht so stark, ist extrem Lichtstark, kontrastreich und sehr scharf. In letzter Zeit fällt mir auch auf, dass ich diese Linse immer dann nehme, wenn es für mich darauf ankommt, ein gutes Foto machen zu müssen. Also Augenblicke, die man auf keinen Fall verpassen möchte. Diese Linse, auch wenn sie mit der Gegenlichtblende schon recht gewaltig lang ist, liefert einfach immer sauber ab. Dabei sind 50mm eigentlich nichts besonderes. Weder weitwinkelig noch Tele. Weder Fisch noch Fleisch würde mancher sagen. Trotzdem beeindrucken mich immer wieder die Schärfe und Unschärfe bei offener Blende. Wenn der Autofokus sitzt, ist das gewünschte Detail knackscharf abgebildet und der Hintergrund verschwimmt sehr angenehm und weich.

Zudem zeigt diese Linse (nach meiner persönlichen Wahrnehmung) eine gewisse ich nenne es mal Signatur, die im Vergleich zu anderen Panasonic Linsen (z.B. 14mm f/2.5 oder 20mm f/1.7) doch einzigartig ist. Ich nehme die Farben etwas neutraler aber doch sehr angenehm war. Ich kann es gar nicht genauer beschreiben. Aber ich habe doch den Eindruck, dass das Leica-Label schon irgend einen Einfluss auf die Farbdarstellung hat. Vielleicht lasse ich mich auch blenden. Aber ich bin sehr mit dem Farbrendering zufrieden.

Interessant finde ich generell auch die Gestaltungsmöglichkeiten mit 50mm Brennweite. Die zwei Kissenfotos unten zeigen (bei gerade einmal 15 Watt Energiesparbeleuchtung) wie man Details mit für MFT-Verhältnisse starkem Bokeh im Hintergrund abbilden kann und gleichzeitig, wenn man etwas zurück geht, doch einiges von der Umgebung eingebunden werden kann. Das Bokeh lässt dann zwar deutlich nach. Aber der Hintergrund ist dann immer noch recht angenehm weich. Egal, ob Detailaufnahme, ein Stück schöner Natur oder ein Porträit. Mit diesem Format erscheint mir alles möglich. Und ich dachte immer, man braucht unbedingt noch mehr Brennweiten. Wenn ich aber mit Kind und Kegel unterwegs bin, fällt es mir doch leichter ein paar Schritte nach vorn oder hinten zu gehen, als ein Objektiv zu wechseln.

Ich glaube, man kann mit dieser Linse allein (vorausgesetzt man hat ein gutes Exemplar erwischt) schon unheimlich viel machen. Wenn ich nicht gerade im Zoo bin und den kleinen Affen auf 10 Meter Format-füllend abbilden will, sind 25mm im Moment alles was ich brauche.

Ich wollte in Anbetracht der neuen Objektive von Olympus und Panasonic nur einmal sagen, wie zufrieden ich gerade mit dieser Linse bin.

Die folgenden Bilder sind direkt aus der Kamera. Keine Nachbearbeitung. Sie sollen nicht mein fotografisches Können zeigen, sondern nur Beispiele zu den Gestaltungsmöglichkeiten mit dieser Linse.

Etwas weiter weg und man bekommt genug von der Umgebung mit aufs Bild. Der Hintergrund bleibt angenehm weich.
Etwas weiter weg und man bekommt genug von der Umgebung mit aufs Bild. Der Hintergrund bleibt angenehm weich.
Man kann recht nah rangehen.
Recht nah am Motiv ist der Hintergrund schon stark verschwommen. Man kann insgesamt schon recht nah rangehen.
In den Zweigen ganz oben waren auch die Schwächen erkennbar, wenn man bei viel Licht nicht abblendet. Farbsäume entstanden bei diesem Motiv. Bei kontrastreichen Motiven sind sie sehr ausgeprägt. Abblenden half hier gewaltig.
In den Zweigen ganz oben waren auch die Schwächen erkennbar, wenn man bei viel Licht nicht abblendet. Deutliche Farbsäume entstanden bei diesem Motiv. Bei kontrastreichen Motiven sind sie schon sehr ausgeprägt. Abblenden half hier gewaltig.
Wer haarige Viecher mag, kann die Haare zählen. Sehr schöne Schärfe.
Wer haarige Viecher mag, kann sie sogar zählen – nicht die Viecher sondern Haare:-) Sehr schöne Schärfe wie ich finde.
Die Farben sind prächtig.
Die Farben sind einfach nur prächtig und gefallen mir außerordentlich gut. Da trägt aber auch etwas Olympus mit seiner ausgezeichneten JPG-Engine bei.

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