RAW Daten schreiben mit der Olympus C-3030

Seit geraumer Zeit ist für die Olympus Camedia C-4040 durchgesickert, dass durch die Umbenennung der Kamera-Bezeichnung „OLYMPUS DIGITAL CAMERA“ in „DIAG RAW“ die von ambitionierten Fotografen so beliebten RAW-Daten erzeugt werden können. Dies funktioniert, wie ich heute feststellen konnte, auch mit der Olympus Camedia C-3030 !

Zwar wurde in der yahoo myolympus group (http://groups.yahoo.com/group/MyOlympus/message/24402) vorgeschlagen, die Kamerabezeichnung mit den Tools cam2com oder cameracontrol zu ändern. Aber die (bei der C20xx und 30xx) mitgelieferte Software Camedia Master 2.0 oder 2.5 ist ebenfalls in der Lage, die Kamerabezeichnung zu ändern.

Alte Camera ID

Neue Camera ID

Interessant ist dabei, dass eine RAW-Datei und gleichzeitig je nach Auflösung und Komprimierungsgrad eine komprimierte JPEG Datei angelegt wird. Gerade dies wird ja bei Tests bekannter Fotomagazine immer gefordert.

Nun steht jedoch noch die Umwandlung der RAW-Datei (die wohl bewusst irreführend als .jpg gespeichert wird) in ein von Bildbearbeitungen unterstütztes RAW-Format an: Ich habe dann auch in der oben erwähnten yahoo group ein Batchtool gefunden, welches die RAW-Datei in das Adobe Photoshop Format .psd wandelt. Es nennt sich >>dcraw< < und erzeugt .ppm Dateien, die Gimp lesen kann. Es ist hier aber zu erwähnen, dass aktuellere Versionen von dcraw die Konvertierung der RAW Datei ablehnen?!

Einige Warnungen seien jedoch noch angebracht:

  • Durch das mehr an zu speichernden Daten schreibt die Kamera je nach Einstellung nach jedem Foto etwas länger (bei Höchster Auflösung und niedrigster Kompression ca. 10 sek.). Diese Zeitverzögerung ist aber bei weitem nicht vergleichbar mit der Erzeugung von TIFF-Dateien (ca. 30 sek.).
  • Die RAW-Daten kann die Kamera selbst nicht lesen. Wenn man die Bilder auf der Kamera ansehen möchte, bekommt man bei jeder RAW-Datei ein >>Picture Error< < zu sehen. Das stört aber den glücklichen Kamerabesitzer wahrscheinlich weniger.
  • Die Software Camedia Master ist nicht in der Lage, die RAW-Dateien von der Kamera herunterzuladen. Aber die Rückbenennung der Kamera dagegen funktioniert einwandfrei. Sodass immer wieder zum Urzustand zurückgekehrt werden kann. Ein Kartenleser sollte daher zum download der Bilder verwendet werden.
  • Wenn die Speicherkarte voll ist und eine RAW-Datei nach einem Foto gespeichert werden soll, kann es zu Fehlern kommen (Piep, Piep, Piep, LCD und TFT Display aus). Kein Wunder, denn bei der Berechnung des Speicherbedarfs wird keine Rücksicht auf die RAW-Dateien genommen und eine falsche Berechnung durchgeführt. Nach einem Aus- und Einschalten dürfte aber alles wieder i.O. sein. Einfach beachten.
  • Im Serienbild-Modus werden keine RAW-Dateien aufgezeichnet.

Mehr Probleme konnte ich bis jetzt nicht feststellen. Im übrigen lässt sich natürlich mit dem Zurückbenennen der Kamera der RAW-Modus abschalten und alles ist wieder wie vorher.

Edit: Dieser Hack funktioniert mit Sicherheit auch mit anderen Kameras der C-Reihe und auch mit unterschiedlicher Vorgehensweise auch mit einigen Modellen anderer Hersteller:

  • Olympus
  • Nikon
  • Pentax
  • Minolta

Dies ist jedenfalls einschlägigen Foreneinträgen im Internet zu entnehmen. Z.B. stevesforums.com

Hardware Reset bei Olympus Digitalkameras

Einige Einstellungen der Digitalkameras können sich so verstellen, dass sämtliche Bilder verfälscht aufgenommen werden. Dies ist auf die Elektronik der Kameras zurückzuführen, dessen Kondensatoren laut Olympus sich nicht in einem stabilen Zustand befinden.

Hin und wieder kommt es dann z.B. bei einigen Olympus Digitalkameras vor, dass der automatische Weißabgleich nicht richtig funktioniert. Das macht sich dann häufig in einem extremen Rot-Farbton bei Kunstlicht (Glühbirne) bemerkbar. Meine Erfahrungen beziehen sich dabei auf die Olympus Camedia C3030, bei der dieses Problem auftrat.

Laut Olympus kann man diese Probleme damit lösen, indem man einen Hardware Reset an der Kamera durchführt. Dafür sollte man die Akkus der Kamera für mindestens 24 Stunden entfernen, damit sich die Kondensatoren wieder stabilisieren. Nach wieder-einlegen der Akkus setzt sich die Kamera dann zurück und man muss alle Einstellungen wieder neu speichern.

Man bestätigte auch meine Anfrage, dass diese Funktion auch bei anderen Modellen verfügbar ist.

Bei der Olympus Camedia C2040 habe ich jedoch keine Besserung mit dieser Methode erreichen können. In solchen Fällen bleibt einem nichts anderes übrig, als bei Kunstlicht (Glühbirne) den Weißabgleich der Kamera manuell einzustellen.

Hotpixel einfach wegmappen

Ein äußerst interessantes Tool eines russischen Hobbyisten namens CCD Defects eleminiert Hotpixel (defekte Pixel auf CCD einer Digitalkamera) durch einfaches Mapping. Das funktioniert übrigens mit vielen Nikon und Olympus Kameras. In diesem Thread werden dazu Erfolgsmeldungen verzeichnet und man kann mal schauen, ob die Software mit der eigenen Kamera funktioniert.

Bei meiner Olympus C-3030 konnte CCD Defects allerding nicht die Verbindung über USB aufbauen. Mit dem seriellen Anschluss sollte es wohl besser funktionieren. Vorrausgesetzt man hat das serielle Kabel natürlich nicht verlegt – wie in meinem Fall 🙁

Update: Ich habe mir ein serielles Kabel anhand einer Anleitung im Internet selbst gebastelt und das Tool ausprobiert. Resultat: kein einziger Hotpixel mehr sichtbar bei Nachtaufnahmen! Wenn man das Objektiv zuhält, ist das Resultat ein komplett schwarzes Bild 🙂

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